Schwein gehabt!
Am Siebensternplatz in Wien zeigt ein neues Lokal, wie kreative Gemüseküche auch ohne Schnitzel und Steak glänzen kann. Warum das „Schwein“ mehr als nur ein witziger Name ist. Jetzt im Podcast anhören!

Inmitten von Gründerzeithäusern mit den beliebten Altbaudimensionen, zahlreichen kleinen Geschäften, Cafés, Designshops, Second Hand- und Modeläden trifft man auf das „Schwein“, ein neues lässiges Lokal mit pflanzenbasierter Küche am Siebensternplatz im 7. Bezirk Wiens, wohl einem der besten Orte für ein kreatives neues Restaurant.
Schon morgens ab 9 gilt eine abwechslungsreiche Frühstückskarte – mit Brioche, Granola, Porridge, Omelette oder All Day Breakfast Soup mit Spinat und Miso. Frühstücken kann man bis 15 Uhr. Zwischen 11.30 und 14.30 Uhr gibt es zum Lunch einfallsreiche Angebote wie das Reuben Sandwich (mit roter Rübe) oder Magic Mushroom Fleckerl. Außerdem gilt die Karte mit Starters und Hauptspeisen ab 11.30 bis 22.00, sie bietet von leichten Gerichten wie Crispy Artichokes, Smoked Aubergine oder Broccolini mit Amaranth auch Deftigeres wie Gochujan Cauliflower Steak oder Fried Lasagne. Alle Speisen sind vegetarisch, viele auch rein vegan.
Weniger Tier, mehr Idee
Seit November 2024 hat das Lokal seine Pforten geöffnet. Früher „Weinschenke“, gibt sich das Lokal, ins „Schwein“ verwandelt, entspannt lässig und urban. Erfahrung bringt das Kochteam aus „Ramasuri“ und „Pizza Randale“ mit. Für das „Schwein“ war aber die Idee, ein moderneres, fleischfreies Küchenkonzept einzubringen, wie Projektmanager Kourosh Vaziri erzählt. „Wir wollten zeigen, man braucht kein Fleisch und keinen Fisch, um coole Speisen auf den Tisch zu bringen. Es ist möglich, darauf zu verzichten. Im Gegenteil, man kann sehr, sehr leckere, innovative Sachen auf den Tisch zaubern, ohne dass man Fleisch und Fisch verwenden muss“.

Die Köche lassen das traditionell oft verkannte Gemüse die Hauptrolle spielen. Es geht nicht um die Imitation herkömmlicher Fleischspeisen. „Wir nehmen bewusst keine Speisen, die normalerweise Fleisch beinhalten, und dann vegetarisch-vegan zuzubereiten. Wir machen einfach vegetarisch-vegane Speisen, die für sich stehen. Also kein Schnitzel, das vegan ist, sondern ein Cauliflower-Steak, das für sich steht“, erklärt Restaurantleiter Jan Rozek.
Denn, so das Credo, ein Miso-Eggplant Schnitzel oder Bao Buns mit Pulled Kräuter-Seitlingen, Rotkraut, Mandarinen- Jalapeño-Chutney und Koriander können durchaus für sich stehen. Einen süßen Abschluss bieten Desserts von Strudel bis Schokomousse. Außerdem gibt es eine Reihe interessanter Aperitifs und vitaminreiche, frisch gepresste Säfte und Limonaden. Der Kaffee stammt aus El Salvador (Coffee Pirates).

Schönheit, die man essen kann
Die Ästhetik von Gemüse und Kräutern wird auch in der Dekoration inszeniert – auf dem Tisch steht etwa ein Wasserglas, aus dem eine Karotte leuchtet. Oder ein hübsches grünes Blattgemüse ragt aus einer Vase. Auf der Theke glänzen Melanzani, als wären sie poliert. Alle Dekorpflanzen landen nach einem Tag Display in der Küche. Einen weiteren optischen Akzent setzt der messingfarbene, hinterleuchtete Schweinsrüssel. Die Raumgestaltung mit Vorhängen und Leuchtern wirkt insgesamt anheimelnd und schafft ein akustisch angenehm gedämpftes Ambiente. Die 80 Sitzplätze verteilen sich auf innen und außen. Reservierung ist wichtig.
Wer „Schwein hat“, ist vom Glück gesegnet, heißt es. Das Schwein ist auch Symbol für Wohlstand und Zufriedenheit. Übersetzt auf das Lokal hat natürlich auch das echte Schwein Glück, dass es nicht tot in der Küche landet. Zudem strahlt das Lokal einen Eindruck von lässiger Eleganz und bewussten, aber entspannten Umgangsformen aus. Eine Variante eines Casual Dining, das sich über kreative Pflanzenküche definiert. Die Betreiber setzen ein saisonales Sharing-Prinzip um, das dazu einlädt, mehrere Gerichte zu bestellen und alle zu teilen. So muss man sich nicht der Qual der Wahl aussetzen und zugleich insgeheim befürchten, das Falsche zu bestellen. www.schwein.wien